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Endlich..

Endlich wurde es wieder ein bisschen kälter. Zwar schien die Sonne noch, aber sie brannte nicht mehr so auf der Haut.

Der Wind wehte, er schüttelte die Blätter sanft von den Bäumen hinunter auf den Boden, wo sie liegen Blieben und unter den Füßen raschelten.

Es war ruhig draußen, keine Menschenseele weit und breit zu sehen, nur ab und zu ein kleines Tier, das sich aber schnell wieder verkroch, sobald es meine Schritte vernahm.

Ich wollte nur eine kleine Runde durch den Park gehen, die frische klare Luft genießen, die Stille wahrnehmen und den Kopf endlich wieder frei kriegen.

Wie sehr hatte ich das vermisst. Einfach gehen und denken, seinen Gedanken freien Lauf lassen, für sich sein und keine Rücksicht darauf nehmen müssen, wie man wohl beim Nachdenken gerade aussehen mag.

Aus der kleinen Runde wurde eine große und aus der Großen eine noch größere.

Vielleicht lag es daran, dass ich es genoss, wieder draußen meinen Frieden finden zu können, vielleicht auch einfach nur dran, dass ich zu viele Gedanken hatte, die wieder in Ordnung gebracht werden mussten.

War es denn wirklich so schwer, mein Leben wieder in den Griff zu kriegen?

Vor ein paar Monaten schien alles noch in bester Ordnung.

Ich hatte einen Job, noch einen Job, ich ging mit Freunden aus, war im Begriff, mir meine eigene Wohnung zu suchen, hatte Spaß an allem was ich tat, weil es sich richtig und gut anfühlte.

Und dann, ganz plötzlich musste sich das Blatt wenden, musste ich mir wieder Gedanken darüber machen, wer ich war und warum ich so war und wieso es so viele Menschen gab, die nicht darüber nachdachten, was ihnen im Leben vielleicht noch fehlt und dennoch um einiges zufriedener waren, mit dem, was sie erreicht hatten.

Natürlich hatte ich ihn vermiss und natürlich dachte ich noch an ihn und daran, wie gut wir uns verstanden hatten, wie viel Spaß wir miteinander hatten, wie er zu mir stand und ich zu ihm!

Doch es tat auch gut, nichts mehr von ihm zu hören, nicht zu wissen, was er gerade tat, wieso er es tat oder auch nicht.

Klar, es erinnerte mich viel an ihn und an unsere gemeinsame Zeit. Immerhin waren wir an sämtlichen Orten gewesen, die ich nach wie vor aufsuchte, aber ich hatte gelernt, mich nicht zu sehr mit der Vergangenheit als mit der Zukunft auseinander zu setzten und vergeudete keine Minute daran, der zeit hinterher zu trauern.

Und plötzlich überkommt es mich und ich muss ihm wieder schreiben, weil ich mir sicher war, er würde der einzige Mensch sein, dem ich noch etwas Neues zu berichten hatte, der mich und meine Taten nicht nur hinterfragen, sondern sie dann auch verstehen würde.

Und es kam eine Antwort, auf die eine Antwort und bald schon ein Wiedersehen folgte.

Und es war, als gäbe es da keinen Tag, den wir einander nicht gesehen hätten, als wären wir für ein paar Tage zu beschäftigt gewesen, einander zu sehen oder miteinander zu reden.

Dieses Gefühl von Vertrautheit, dieses Sehen und Begreifen, diese Offenheit, alles so wie früher und genau da lag mein Problem!

Ganz einfach aus diesem einen Grund: Ich liebte ihn! Und er mich nicht!

Warum? Das wusste er, das wusste der liebe Herrgott und der Teufel, ich jedenfalls wusste es nicht und vielleicht wollte ich es auch gar nicht wissen, denn das hätte meinen so oder so schon viel zu vielen Komplexen mit Sicherheit nicht gut getan.

Und als ich es dann doch erfuhr, als ich diesen unverschämt nichtigen Grund zu hören bekam, was tat ich da?

Ich verzieh ihm und seinen verletzenden Worten. Vergas, dass jede andere Frau ihn zum Teufel gejagt hätte und konnte nichts anderes tun, als ihn nach wie vor zu lieben.

Er könnte sich im Grunde glücklich schätzen, dass es jemanden wie mich überhaupt gab, oder?

Wir gingen wieder aus, unternahmen nun auch mehr zu dritt, redeten und lachten, hinterfragten Dinge, die uns gerade so durch den Kopf gingen, hielten uns mit banalen Dingen auf oder nahmen uns Zeit für Wichtiges.

Sicherheit, Geborgenheit, Vertrauen und Anerkennung?

Mit Sicherheit oder auch nur vielleicht?

Ging es mir schlecht, baute er mich auf und umgekehrt war es genauso

Ich wollte ihm für alles danken und tat es wahrscheinlich zu wenig, aber er zeigte mir nie, ob er darüber erbost war oder ob es ihm nichts ausmachte.

Für mich war immer schon selbstverständlich gewesen, dass ich alles für ihn tun würde, ich hatte nie ein Danke erwartet, auch wenn es kam.

Was ich dagegen stets aufs neue erwartete, mir erhoffte, war ganz einfach, dass er mir endlich sagen würde, dass auch er mich liebte, dass er mich küssen würde, mich auf Händen tragen und mir die Welt zu Füßen legen würde.

Die Hoffnung stirbt zu letzt, meine wohl nie!

Wie oft hatten mir meine Freunde gesagt, dass es keinen Sinn hatte, ihm hinterher zu laufen.

Und wie oft hatte ich versucht ihren Rat zu befolgen, doch es ging nicht.

Kann ich nicht heißt will ich nicht.

Das hatte mir meine Mutter oft gesagt und ich wusste, dass sie Recht hatte.

Doch ebenso gut wusste ich, dass man sich gegen seine Gefühle eben nicht wehren sollte, denn selten ging dies gut aus, oder?

Oft habe ich mir gedacht, dass der Tag schon kommen würde, an dem sich das Blatt wenden würde.

Entweder zum Guten, oder aber wie so oft zu einem Zustand, der einen zwar nicht dieses Glück bescherte, dafür aber jede Hoffnung sterben lassen konnte.

Doch bis es dazu kommen würde, verbrachte ich viel Zeit damit, zu träumen, mir eine Welt zu erschaffen, in der ich mit ihm zusammen sein konnte und nichts auf dieser Welt konnte dafür sorgen, dass ich nicht an diesem Traum festhielt.

Na ja, jedenfalls dachte ich das…

24.6.10 13:37
 


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